ist einer der großen Yogameister und Heiligen des modernen Indien. Nach einer erfolgreichen Arztkarriere entsagte Swami Sivananda der Welt, praktizierte intensive Askese und Meditation und erreichte die Selbstverwirklichung. Seine außergewöhnliche Energie ermöglichte es ihm, unzählige Bücher und Schriften zu verfassen, in denen er die Weisheiten des Yoga und die Philosophie des Yoga in einfachen Worten vermittelte. In seinem Ashram der Divine Live Society in Rishikesh, Himalaya, bildete er viele herausragende Schüler aus. 1957 entsandte er einen von ihnen, Swami Vishnudevananda, zur Verbreitung des Yoga in den Westen.
lebte und lernte 12 Jahre mit seinem Meister Swami Sivananda. 1957, genau vor 50 Jahren, kam er im Auftrag seines Meisters in die USA und ab den 1970er Jahren nach Europa, wo er in vielen Städten Sivananda Yoga Vedanta Zentren gründete. Als dynamischer Hatha- und Rajayoga-Meister verhalf er den klassischen Yogalehren zu großem Ansehen. Tausende von Yogaschülern wurden von Swami Vishnudevananda persönlich unterrichtet und viele weitere durch seine Bücher inspiriert: Das Große Illustrierte Yogabuch, Meditation und Mantras und Yoga für alle Lebensstufen. Swami Vishnudevananda setzte sich aktiv für den Weltfrieden ein. In seinen Friedensmissionen steuerte er ein kleines Flugzeug über gefährliche Krisengebiete der Welt und „bombardierte“ sie mit Blumen und Friedensbotschaften.
Als weltweit handelnder Friedensaktivist überflog Swami Vishnudevananda militärisch abgesicherte Grenzen und „bombardierte“ von seinem peaceplane aus Krisengebiete mit Blumen und Yogaschriften. Einer Vision folgend gründete er 1969 den „True World Order“ und initiierte die erste Yogalehrerausbildung der Welt. Inzwischen wurden über 20.000 YogalehrerInnen weltweit in der Tradition des klassischen Yoga ausgebildet und verbreiten die aus früher Zeit überlieferte Lehre geistigen Friedens und strahlender Gesundheit.
Einheit in Verschiedenheit (unity in diversity) war mehr als ein Motto für Swami Vishnudevananda, es war ein sozialer Auftrag. Er sah die individuelle Yogadisziplin für Körper, Geist und Seele als einen Mikrokosmos des globalen sozialen Wandels. Seine politisch engagierten Friedensbemühungen waren eine logische Fortsetzung des verinnerlichten Yoga. Der in Indien geborene Swami gehörte zu den Pionieren, die das Yoga in den Westen brachten. Er zählte zu den herausragenden internationalen Friedensaktivisten der 1960er bis 1980er Jahre in der Tradition von Mahatma Gandhi und Martin Luther King. Eine wirkliche Einheit des Herzens ist die richtige Medizin für die Krankheit des Separatismus und der Uneinigkeit zwischen den Individuen.
Swami Vishnudevananda flog mit einem kleinen Flugzeug über den Atlantik zu den Hauptkrisengebieten dieser Zeit (z.B. Belfast, Suez-Kanal, Jerusalem, Lahore oder Bangladesh). Von seinem peaceplane aus (designed vom Pop-Art-Künstler Peter Max) „bombardierte“ er diese Krisengebiete mit Blumen und Yogaschriften und forderte das Ende der Gewalt. 1983 flog er über die Berliner Mauer von West- nach Ost-Berlin um zu zeigen, dass die Mauer nur eine von Menschen geschaffene Grenze ist, welche den Osten vom Westen trennt – den Menschen vom Mensch. Und dass sie jederzeit vom Menschen auch wieder überwunden werden kann.